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ATH

Werkzeug- und Beschichtungsauswahl

Nach Wahl von Werkstoff und Bearbeitung werden Zähnezahl, Beschichtung und Geometrie vorgeschlagen. Bei Fehlpaarungen wie AlTiN in Aluminium oder Diamant in Stahl greift die Warnlogik.

1. Werkstoff

Beispiel: 42CrMo4, 1.7225, 4140

2. Bearbeitung

Empfehlung

Zähnezahl (Z)
4
Schnittgeschwindigkeit Vc
80–150 m/min
Beschichtung
TiAlNAlTiN
Geometrie
Schruppverzahnung (Wellenprofil) oder Standard-4-Schneider, mittlerer Drall

Häufige Fragen

Warum werden in Aluminium keine beschichteten Fräser eingesetzt?

Kurz: Eine TiAlN/AlTiN-Beschichtung verrundet die Schneidkante, und Aluminium klebt an dieser verrundeten Kante. In Aluminium erreicht ein poliertes unbeschichtetes oder DLC-beschichtetes Werkzeug mit 2–3 Schneiden und hohem Drall die drei- bis fünffache Standzeit.

Lässt sich eine Diamantbeschichtung in Stahl einsetzen?

Nein. Ausschlaggebend ist nicht die Härte, sondern die chemische Diffusion: bei hoher Temperatur diffundieren Kohlenstoffatome in das Eisen, der Diamant graphitiert und ist binnen Minuten verschwunden. Diamant und PKD sind ausschließlich für NE-Werkstoffe, Graphit und Verbundwerkstoffe bestimmt.

Wie viele Schneiden eignen sich zum Nutfräsen?

Kurz: 2–3 Schneiden. In der Vollnut (ae = D) ist das Volumen der Spannut maßgebend; vier und mehr Schneiden verstopfen mit Spänen und brechen das Werkzeug. Wird höhere Produktivität verlangt, wird trochoidal gefräst; bei ae ≤ 0,1×D lässt sich dann ein vielschneidiges Werkzeug einsetzen.

Worin unterscheiden sich TiAlN und AlTiN?

Die Reihenfolge im Namen gibt das gewichtsmäßig vorherrschende Element an: TiAlN ist titandominant, AlTiN aluminiumdominant. Mit steigendem Aluminiumanteil nehmen Oxidationstemperatur und Härte zu. In der Praxis eignet sich TiAlN für die nasse Stahlbearbeitung bei mittlerer Geschwindigkeit, AlTiN für Trocken-/MMS- und Hochgeschwindigkeitsbearbeitung.